PraxisForschung

Gesundheit & Wohlbefinden: alls im grüana //Forschungsbericht

Gesundheit und Wohlbefinden im Kontext jugendlicher Lebenswelten: Einblicke, Essenzen, Ausblicke

  • Autor*in: Marent, Johannes
  • Herausgeber*in: Projekt Jugend trifft Gesundheit – alls im grüana
  • Mitarbeit: Eisendle, Martina
  • Graue Literatur / Bericht
  • Vorarlberg, 2011

Abstract

Die qualitative Studie hat den Zusammenhang zwischen der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und den Voraussetzungen für deren Gesundheitsförderung zum Thema. Das genaue Verständnis von jugendlichen Lebenswelten und deren Konnotationen zu Gesundheit und Wohlbefinden wird von den Autor*innen als Grundlage für die sinnvolle Planung und Entwicklung von Gesundheitsangeboten betrachtet.
Der Forschungsprozess im Rahmen des Projektes "Jugend trifft Gesundheit" fand von Oktober 2010 bis Februar 2011 in Vorarlberg statt, wurde partizipativ gestaltet und setzte an der Lebenswelt der Jugendlichen an. In einem Photovoice-Prozess fertigten knapp 50 Jugendliche Bilder über ihre Lebenswelt sowie zu den Themen Gesundheit und Wohlbefinden an. In weiteren Gruppengesprächen stellten sie die Fotos mit eigenen Worten vor. Die Ergebnisse werden in der Studie ausführlich dargestellt, analysiert und einige Empfehlungen für die Gesundheitsförderung ausformuliert. Abschließend werden die Ergebnisse auch im Kontext der Forschung diskutiert.

Ausführlicher Abstract:

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Forschungsfragen:
Wie beschreiben unterschiedliche Jugendliche ihre Lebenswelt? (Welche Relevanzen und Orientierungen herrschen darin?) Welche Vorstellungen und Bedürfnisse resultieren daraus auf Wohlbefinden und Gesundheit? Welche Gesundheitsangebote kennen die Jugendlichen in Vorarlberg und wie bewerten sie diese? Wie könnten Gesundheitsangebote (im weiteren wie im engeren Sinn) gestaltet werden, um von Jugendlichen genutzt zu werden?

Ergebnisse:
- Lebenswelt: im Zentrum stehen Orte der Begegnung mit Freund*innen. Flexible Orte mit partizipativen Gestaltungsmöglichkeiten und möglichst wenig sozialer Kontrolle werden bevorzugt. Für ältere Jugendliche sind eher unspezifische Freizeitaktivitäten attraktiver für die Jüngeren eher konkrete Angebote.
- Wohlbefinden: wird als selbst definiert wahrgenommen und bezieht sich v.a. auf psychische Gesundheit. Es wird verbunden mit Orten des Rückzugs. Entspannung, Ausgleich, Stressabbau.
- Gesundheit: wird als von der Gesellschaft definiert, nicht selbst bestimmt wahrgenommen und bezieht sich eher auf physische Gesundheit. Der Begriff wird verbunden mit Verzicht und ist eher unattraktiv.

Schlussfolgerungen für die Gesundheitsförderung:
- Um Jugendliche mit Angeboten der Gesundheitsförderung zu erreichen, ist ein Abrücken von der Semantik des Verzichts und ein Fokussieren auf Potentiale, Möglichkeiten und Alternativen ohne Absolutheitsanspruch grundlegend.
- Die Einbindung von Jugendlichen in die Entwicklung der Angebote steigert das Gefühl der Selbstwirksamkeit und damit die Akzeptanz und Nachhaltigkeit.
- Angebote sollten vor allem mit Fokus auf das psychische Wohlbefinden kommuniziert werden. D.h. Elemente wie Freunde treffen, Stressabbau etc., müssen auch bei Angeboten, die z.B. auf körperliche Fitness zielen, Bestandteile sein.
- Die Attraktivität von Beratungsangeboten kann durch Angebote, die mit Wohlbefinden assoziiert werden (z.B. Freunde treffen, gemeinsame Projekte, Spaß haben) erhöht werden.
- Die Grenzen zwischen institutionellen Hilfseinrichtungen und Offener Jugendarbeit sollten durchlässiger werden.

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