Theorie

Abhängen, Treffen, Warten, Langeweile

  • Umfang: 4 Seiten
  • Autor*in: Simon, Titus
  • Erschienen in: Deinet, Sturzenhecker (Hg.) 2013 – Handbuch Offene Kinder- und Jugendarbeit, S. 151–154
  • Springer VS, Wiesbaden, 2013
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Abstract

Ein angesichts zunehmender Klage über Zeitknappheit wichtiger Beitrag, da die Dimension Zeit in ihrer Bedeutung – im Gegensatz zur Dimension des Raumes – oftmals unterschätzt wird. Titus Simon stellt konträr zum Leitbild Ganztagsbildung die Forderung nach mehr unstrukturierter, auch nicht pädagogisch kolonialisierter Zeit.
War der Reichtum an frei verfügbarer Zeit, sich dem Nichtstun widmen, „Muße zu haben“, früher ein begehrtes und angestrebtes Merkmal oder Statusposition, siehe die bürgerliche Kultur des 19. Jahrhunderts bis hin zur Hippiekultur und der Student*innenbewegung der 60er- und 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts, so ist es heute üblich und gesellschaftliche Etikette, ständig eingebunden zu sein. Es stellt sich die Frage, wo heute „Zeitinseln“ zu finden sind. Für Jugendliche sind Jugendhäuser solche Zonen, wo sie noch chillen und nichtstun können. Selbst die eigenständige Jugendphase benötigt konstitutiv frei disponible Zeit, ansonsten ist sie keine. So könnte eine, möglicherweise auch aus professioneller Sicht unterstütze, Forderung der Jugend an die Politik lauten: gebt uns mehr unstrukturierte, freie Zeit.

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