PraxisTheorie

Jugendarbeit ist Bildung!

Die Offensive Jugendbildung in Baden-Württemberg 2003 – 2004 Materialien: Berichte, Expertisen, empirische Studien

  • Umfang: 107 Seiten
  • Herausgeber*in: Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg e.V.
  • Graue Literatur / Bericht
  • Stuttgart, 2004

Abstract

Die „Offensive Jugendbildung“ aus den Jahren 2003 und 2004, initiiert und und gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und unter Federführung Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg e.V., vereinigte unterschiedliche Landesorganisationen, welche sich dem Thema Jugendbildung widmen. Der vorliegende Band dokumentiert Ergebnisse des Projekts in sechs Fachbeiträgen:
Burkhard Fehrlen und Thea Koss werten in einer Bestandsaufnahme schriftliche Materialien - Satzungen, Konzeptionen, Programme, Ausschreibungen und Berichte - von über 15 Träger*innen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit aus der Bildungsperspektive mit vielfältigen Ergebnissen, resultierend aus der Unterschiedlichkeit der Bereiche und deren Blickwinkel auf Bildung, aus.
Sibylle Hahn verfolgt die Auswertung von Kooperationsprojekten zwischen Schule und Jugendarbeit unter Bildungsaspekten. Sie geht u.a. der Frage
nach, wie Bildungsprozesse in kooperativ umgesetzten Projekten gestaltet oder gefördert werden können. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der Auswirkungen der Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule auf drei Grundprinzipien der Jugendarbeit – Freiwilligkeit, Offenheit und Partizipation – fokussiert sie die Wahrnehmung und Bewertung der Kooperationsangebote durch die Jugendlichen, die Rahmenbedingungen der Kooperation von Jugendarbeit und Schule und ihre Wirkungen auf Bildungsangebote und Arbeitsmethoden der Jugendarbeit, Kriterien für die Auswahl geeigneter Themen und Angebote und zieht eine kritische Bilanz zu den untersuchten Kooperationen.
Einen biografischen Blick wirft im dritten Beitrag die qualitative Untersuchung der Katholischen Fachhochschule Freiburg auf Bildung. Im Rahmen eines zweisemestrigen Projekts gingen 20 Student*innen in Interviews mit ehemaligen Aktiven der Frage nach, welche Lernerfahrungen von diesen unmittelbar mit ihrem früheren Engagement in der Jugendarbeit in Verbindung gebracht werden. Die subjektiven Bedeutungen von Jugendarbeit werden dabei differenziert ausgewiesen.
Im folgenden Beitrag wird von Joachim Schuch und Simone Liedtke eine Imagekampagne dargestellt, welche unter dem Slogan „Jugendarbeit ist Bildung“ das Ziel verfolgte, Jugendarbeit in der Öffentlichkeit und in der Fachwelt als eigenständige Bildungsinstanz mit eigenständigem Bildungsauftrag wirksamer darzustellen.
Ein Artikel von Sylvia Beck und Simone Liedtke stellt die Veranstaltungen zur Fortbildung und Qualifizierung von Mitarbeiter*innen in der Jugendarbeit vor, die im Rahmen der Offensive Jugendbildung v.a. auf örtlicher und regionaler Ebene durchgeführt und ausgewertet wurden. Erkenntnisse hieraus sind eine gewisse Diffusität des Bildungsverständnisses unter den Fachkräften; fehlende Kenntnis, mangelnde Wahrnehmung und Anerkennung der Bildungsleistungen der Jugendarbeit in der Öffentlichkeit als auch auf Seiten von Politiker*innen und Kooperationspartner*innen; teilweise Verunsicherung bei vielen Mitarbeiter*innen in der Kooperation von Jugendarbeit und Schule und einen großen Bedarf an konkreten Handlungsstrategien. Als Grundvoraussetzung für eine Kooperation von Jugendarbeit mit Schule scheint vorrangig ein Klärungsprozess hinsichtlich der eigenen Bildungsleistungen, des Bildungsauftrags als auch der Prinzipien
der Jugendarbeit notwendig.
Den Abschluss des Bandes bildet der Projektbericht von Nanine Delmas, Julia Reichert und Albert Scherr. In einer explorativen Studie wurden sieben Praxiseinrichtungen und Praxisprojekte begleitet und evaluiert, um Bildungsprozesse in der Jugendarbeit zu erheben und beschreibbar zu machen. Die Autor*innen resümieren: „Die Projektergebnisse weisen auf einen erheblichen Qualifizierungsbedarf hin. Erforderlich ist eine Auseinandersetzung mit dem aktuellen Stand der Bildungsdiskussion, die zu einer Begriffsklärung und einer darauf bezogenen klaren Formulierung des eigenen Bildungsauftrags führen sollte.“ Weitergehend werden hiervon Handlungsempehlungen abgeleitet.

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