Theorie

Offene Kinder- und Jugendarbeit

  • Umfang: 8 Seiten
  • Autor*in: Deinet, Ulrich
  • Erschienen in: Coelen, Otto (Hg.) 2008 – Grundbegriffe Ganztagsbildung. Das Handbuch, S. 467–475
  • Springer VS, Wiesbaden, 2008
Der Beitrag ist gebühnrepflichtig beim Verlag erhältlich.

Abstract

Ulrich Deinet thematisiert in diesem Beitrag zunächst die Entwicklung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit als Feld der Jugendhilfe, in einem zweiten Schritt Ganztags- und Betreuungsangebote als „klassische“ Form der Kooperation zwischen Jugendeinrichtungen und Schulen, um in einem dritten Teil den Übergang von Ganztagsangeboten zur Ganztagsbildung zu erörtern.

Essentiell stellt die Anerkennung eines erweiterten Bildungsbegriffs, welcher anstatt kognitiv-formeller Inhalte die Entwicklung der ganzen Persönlichkeit und Subjektbildung in den Mittelpunkt stellt, in der Perspektive der Ganztagsbildung die Grundlage für eine gelingende Kooperation zwischen Schule und Jugendarbeit dar. Wider der Vereinnahmung von Jugendarbeit durch Schule kann auf dieser Grundlage die Jugendarbeit zu einer geschätzten Partnerin von Schule werden. Sozialräumliche Orientierung wiederum stellt eine konzeptionelle Grundlage einer breiten Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe dar. Die zukünftige Forum und Existenz von Jugendarbeit wird dabei stark in Bezug auf Schulentwicklung gesetzt: „Aufgrund ihrer sozialräumlichen Ausrichtung im öffentlichen Raum der Kommune kann gerade die Offene Kinder- und Jugendarbeit die ‚Bildungslücke‘ zwischen einer zu stark im Schulsystem verhafteten Ganztagsschule und einer ‚kustodilalen‘ Ganztagsbetreuung schließen, so wie dies im Konzept der Ganztagsbildung entwickelt worden ist [...] Die Öffnung von Schule in den Sozialraum und hin zu Kooperationspartnern ist vielleicht die entscheidende Zukunftsfrage der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Wenn die beschriebene Öffnung von Schule nicht geschieht, der Bildungsbegriff zu eng auf kognitives Lernen bezogen bleibt und sich die Offene Kinder- und Jugendarbeit nicht als eigenständiger Partner positionieren kann, wird es vorrangig um den Ausbau des Schulsystems gehen und um Ressourcen, die dafür zur Verfügung gestellt oder in Anspruch genommen werden können. Dazu würde dann insbesondere die Offene Kinder- und Jugendarbeit als kommunalpolitische Manövriermasse gehören.“ (S.474)

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