TheorieForschung

Interessenorientierte Jugendarbeit

Orientierung an den Interessen Jugendlicher: Zwischen theoretischem und normativem Anspruch und der Wirklichkeit im sozialpädagogischen Alltag.Am Praxisbeispiel der kommunalen Jugendförderung Ludwigsburg

  • Umfang: 254 Seiten
  • Autor*in: Auer, Margit
  • Hochschulschrift
  • Tübingen, 2010

Abstract

Margit Auer schlägt in ihrer Dissertation ein neues handlungsleitendes Paradigma für die Jugendarbeit vor: das Interesse. Die Arbeit gliedert sich in drei Teile, eine einführende theoretische und geschichtliche Betrachung, die Darlegung und Auswertung einer Studie in der Stadt Ludwigsburg und eine Konklusion.

Im ersten Teil der Publikation wird ausgehend von einer Betrachtung zu Jugend in der modernisierten Gesellschaft, Lebenslagen Jugendlicher und ihren Bedürfnissen, welche in Bezug zu Entwicklungsaufgaben gesetzt werden, Interessen als Befriedigung von Bedürfnissen konkretisiert. Die Autorin fasst dabei Gleichaltrigengeselligkeit, Räume, Jugendkulturen und Partizipation als grundlegende Interessen. Es wird aufgezeigt, inwiefern sich Interessen in der Geschichte der Jugendarbeit in ihren jeweiligen Theoriesträngen niedergeschlagen haben. In der anschließenden Skizze zu einer interessenorientierten Jugendarbeit werden u.a. Partizipation und jugendpolitische Einmischung als wesentliche Arbeitsprinzipien und Kooperation und Vernetzung für jugendfreundliche Gemeinwesen als wesentliches strukturelles Ziel einer interessenorientierten Jugendarbeit begründet.

Im zweiten und dritten Teil des Bandes legt die Autorin eine umfassende empirische Studie, basierend auf Einzelfallstudien Jugendlicher, Interviews mit Fachkräften und Expert*innen zur Wandlung der Jugendarbeit in Ludwigsburg hin zur Jugendförderung vor. Die Autorin resümiert für eine konzeptionelle Rahmung einer interessenorienterten Jugendarbeit: „Sie definiert erstens die Gesamtheit der Mädchen und Jungen als ihre Zielgruppe, sie verpflichtet sich zweitens den Interessen Jugendlicher als ihrem zentralen Inhalt, sie erklärt drittens Partizipation und jugendpoli-tische Einmischung zu ihren wesentlichen Arbeitsprinzipien, um viertens im Netzwerk dem Ziel jugendfreundlicher Gemeinwesen näher zu kommen.“ ( S.232) Die Dissertation schließt mit einer Betrachtung, wie sich diese Konzeptbausteine in der Ludwigsburger Praxis konkretisieren und Anmerkungen zur Professionalität der Fachkräfte für eine interessenorientierte Jugendarbeit.

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